Bei der aromatischen Anwendung wird entweder ein feiner Ölnebel oder der Dunst der flüchtigen aromatischen Bestandteile eingeatmet, die aus dem Öl verdampft sind. Das Inhalieren des Öls oder seines Aromas kann über das Geruchssystem eine starke Wirkung auf Erinnerung, Hormone und Emotionen ausübe. Darüber hinaus kann das Inhalieren von Ölen auch schnell und effektiv auf Stirn- und Nebenhöhlen, Kehlkopf, Bronchien und Lungen wirken.

 

Zerstäubung

Mit einem Diffuser zerstäubt man am einfachsten einen feinen Dunst des ganzen Öls in die Luft, um diesen dann einzuatmen. Ein Kühlvernebler verwandelt das Öl bei Raumtemperatur in einen mikrofeinen Dunst, der dann in die Luft zerstäubt wird und in wenigen Sekunden über viele Kubikmeter hin verteilt wird. 

Ein Ultraschall- Diffuser verwendet Ultraschall, um das mit Wasser vermischte Öl in einen feinen Wasserdampf zu verwandeln. Bei dieser Methode bleiben die Öle mit ihren sauerstoffhaltigen Molekülen mehrere Stunden lang in der Luft hängen und erfrischen so Luft und verbessern ihre Qualität. Die antiviralen, antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften des Öls töten Bakterien ab und tragen zur Verringerung von Pilz- und Schimmelbefall bei. 

Weitere Arten von Diffusern verwenden entweder kühle Luft, die durch die Auflage mit dem Öl geblasen wird, oder auch geringe Wärme, um die flüchtigen Ölmoleküle schnell in der Luft verdunsten zu lassen. Die Art der Zerstäubung ist zwar auch nützlich, kann aber bei einigen therapeutischen Anwendungsbereichen nicht so gut wirken wie die Vernebkung des ganzen Öls. 
Zerstäuber mit einer intensiven Hitzequelle ( zum Beispiel eine Glühbirne oder eine Kerze) können die chemische Zusammensetzung des Öls und seine therapeutischen Eigenschaften ändernn und sind im allgemeinen nicht zu empfehlen. 

Bei der Zerstäubung wurde festgestellt, dass ätherische Öle die Chemikalien in der Luft verringern und dazu beitragen eine körperliche und emotionale Harmonie zu erzeugen. Der größte therapeutische Vorteil entsteht, wenn man in einer Stunde nur 15 Minuten lang zerstäubt, damit das Geruchssystem sich erholen kann, bevor es mehr Öle aufnimmt.
Am einfachsten erreicht man dies mit einem Timer, der den Diffuser über einen Zeitraum von 24 Stunden jeweils für
15 Minuten einschaltet.

 

Direktes Inhalieren

Direktes Inhalieren ist die einfachste Methode, um das Aroma von ätherischen Ölen zu inhalieren und damit Stimmungen und Emotionen zu beeinflussen. 
Einfach ein offenes Gefäß mit ätherischen Ölen in Gesichtsnähe halten und inhalieren. Sie können alternativ auch
1 - 2 Tropfen auf ihre Hände geben, diese dann über Mund und Nase falten und inhalieren. 

Tuch: 

Geben Sie 1 -  3 Tropfen ätherisches Öl auf ein Papiertuch, einen Wattebausch, Taschentuch, Handtuch, Kissenbezug etc. Das Tuch in die Nähe des Gesichts halten und inhalieren. 

 

Heißer Wasserdampf

Geben Sie 1 - 3 Tropfen ätherisches Öl in heißes Wasser und inhalieren Sie. Bedenken Sie bitte, dass auch hierbei die Wärme einige Vorteile des Öls schwächt.

 

Verdampfer oder Luftbefeuchter

Geben Sie ätherisches Öl in einen Verdampfer oder Luftbefeuchter. Am besten funktionieren die Geräte, die kühlen Nebel produzieren, da Hitze einige Vorteile des Öls reduziert. Im Handel werden einige Zerstäuber angeboten, die Wasser mittels Ultraschallvibrationen in einen kühlen Nebeln verwandeln. Diese Geräte funktionieren gut mit ätherischen Ölen, da sie einen sehr feinen Nebel erzeugen, der die Ölteilchen für lange Zeit in der Luft verteilt. 

 

Ventilator oder Entlüfter

Geben Sie Öl auf einen Wattebausch und befestigen dieses an einen Ventilator oder in Luftschächten. Das funktioniert auch gut in einem Fahrzeug, da der Innenraum so klein ist. 

 

Parfüm oder Eau de Cologne

Ätherische Öle als Parfüm oder Eau de Cologne zu tragen kann nicht nur angenehm duften, sondern auch emotional wie körperlich wunderbar unterstützen. Geben Sie 1 - 2 Tropfen ätherisches Öl auf die Handgelenke oder den Hals, hinter die Ohren und den Nacken. Oder erstellen Sie ein einfach Parfüm oder Eau de Cologne, indem Sie 10 - 15 Tropfen ätherisches Öl in 20 Tropfen Alkohol ( z.B. Wodka, oder einem Parfümeuralkohol) geben und dieser Mischung einen Teelöffel Wasser beifügen. Auf Handgelenke oder Hals auftragen/ sprühen. 

 

 

Nase und Geruchssystem 

Wenn ein Duftmolekül in den Nasenraum inhaliert wird, wird es zuerst von den Geruchszellen im olfaktorischen Epithel wahrgenommen. Das olfaktorische Epithel besteht aus zwei kleinen Bereichen mit Geruchszellen ( jeweils 1 Quadratzentimeter im Umfang) im Dach des Nasenraums. Bei den Geruchszellen im olfaktorischen Epithel handelt es sich um spezialisierte Nervenzellen, die Flimmerhärchen von ihren Dendriten in den Nasenraum ragen lassen. Jedes Flimmerhärchen weist Rezeptoren auf, die eine bestimmte Art eines Geruchsmoleküls binden. Wenn sich ein Geruchsmolekül an einen Rezeptor am Flimmerhärchen der Geruchszelle bindet, leitet die Geruchszelle das Signal durch die Lamina cribrosa (der Knochen, der den Nasenraum abschließt) an den Riechkolben weiter. Dieser wiederum leitet daraufhin die Impulse entlang der lateralen Riechbahn an fünf verschiedene Hirnstrukturen weiter. Darunter die Amygdala (die für die Speicherung und das Loslassen von emotionalen Traumata verantwortlich ist), die primäre Riechrinde (die Gerüche verarbeitet), das olfaktorische Tuberkel, der orbiofrontale Kortex (der reize verarbeitet, bevor er sie an den Hippocampus weiter leitet, in dem das Gehirn Langzeiterinnerungen speichert). Anatomisch gesehen ist das Geruchssystem eng an das limbische System im Gehirn gekoppelt. Das limbische System umfasst Strukturen wie den Hippocampus (Langzeitgedächtnis), die Amygdala (Emotionen), den Hypothalamus (autonomes Nervensystem und Hormone) und den Gyrus cinguli (reguliert Blutdruck, Herzfrequenz und Aufmerksamkeit). Da das Geruchssystem so eng mit dem limbischen System verbunden ist, haben ätherische Öle eine so profunde physiologische und psychologische Wirkung.